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Eichborn zieht Frank Müllers „ß. Ein Buchstabe wird vermisst“ zurück

Im Eichborn Verlag sind in den vergangenen Jahren eine Reihe brisanter Bücher erschienen, die mit Erfolg durch die harte Schule der rechtlichen Unbedenklichkeit gegangen sind.

„So gesehen waren wir mit dem ‚ß’ eigentlich auf der sicheren Seite: eine feuilletonistische Fingerübung zur Rettung eines einzelnen Buchstabens, geschrieben mit dem Furor der Aufklärung, veredelt mit der lässigen Eleganz eines Wortkünstlers, der im Werbealltag mit frohen Botschaften sein Geld verdient“, schreibt der Verlag auf seiner Homepage. Daraus wird nun nichts – das Buch wird zurückgezogen:

Weiter heißt es in der Eichborn-Erklärung: „Was sollte also schief gehen? Nichts, zumal der Autor selbst der Pressabteilung eine Reihe verwandter Geister empfahl, die das Anliegen seines kleines Buches mit Verve und Rezensionen weitertragen würden. Das war klug gedacht, weil einer der mit dem Buch beschickten Kritiker wenige Monate zuvor in der SZ einen Artikel zum gleichen Thema veröffentlicht hatte. Das war dumm gemacht, weil so offensichtlich wurde, was der Autor offenbar vergessen hatte: dass er sich mit fast wortgleichen Formulierungen fleißig aus dem Artikel bedient hatte, ohne sie als Zitate zu kennzeichnen. Und weil besagter Kenner der Materie ohne große Mühe nachweisen konnte, dass sich das Buch noch aus anderen ungenannten Quellen speiste, muss der Verlag jetzt die Notbremse ziehen: er nimmt das ‚ß’ mit Billigung des Autors mit sofortiger Wirkung vom Markt. Einigermaßen zerknirscht, weil wir als Verlag natürlich im besonderen Maße verpflichtet sind, das Urheberrecht zu schützen.“

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