Auf Grund ihres neuesten, in englischer Sprache verfassten Romans „Father and Bastard“ ist gegen die türkische Schriftstellerin Elif Shafak in Istanbul Anklage erhoben worden.
Kläger ist, wie auch schon gegen den Schriftsteller Orhan Pamuk und andere, der Anwalt Kemal Kerincsiz. Er stützt sich auf den Artikel 301 des türkischen Strafgesetzbuches, der folgendermaßen lautet: „Die öffentliche Verunglimpfung der Republik und der Großen Türkischen Nationalversammlung wird mit Haft zwischen drei und sechs Monaten bestraft.“
Das besondere dieser Anklage: Die Anschuldigungen richten sich nicht gegen Äußerungen der Autorin in Interviews oder Zeitungsartikeln, sondern auf kritische Äußerungen ihrer Romanfiguren.
Elif Shafak wurde 1971 in Straßburg geboren. Sie studierte an der Universität von Ankara und lebt heute teils in Istanbul und teils in den Vereinigten Staaten, wo sie seit 2002 Gender studies lehrt. 2005 ist im Eichborn Verlag ihr Roman „Die Heilige des nahenden Irrsinns“ erschienen.
Der Roman „Father and Bastard“ wird gerade übersetzt, die Veröffentlichung weiterer Romane von Elif Shafak im Eichborn Verlag ist in Planung.
Mehr zum Thema gestern in der Berliner Zeitung, siehe Link.







