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Drei Fragen an Ulrich Brand, Geschäftsführer Abebooks Europe, zum Streik der Antiquare

Wie gestern der Schweizer Buchhandel meldete, hat eine große Zahl von Antiquaren vom 1. bis 4. April ihre Bestände im Internetantiquariat abebokks.de www.abebooks.de ausgelagert und damit die Website bestreikt. Grund war eine Entscheidung des Unternehmens, ab dem 3. April sämtliche Kreditkartenabrechnungen selbst vorzunehmen [mehr…]. Grund für drei Fragen an Ulrich Brand, den Geschäftsführer von Abebooks Europe.

BuchMarkt: Worin unterscheidet sich die neue Händlervereinbarung von der alten?

Ulrich Brand

Ulrich Brand: Wählt der Käufer beim Buchkauf über Abebooks die Zahlungsart „Kreditkarte“, wickelt Abebooks ab dem 3. April 2006 automatisch den Zahlungsvorgang per Visa oder MasterCard für den Händler ab. Bisher hat Abebooks diese Kreditkartenabwicklung den Händlern als Option angeboten.

Die Abwicklungsgebühr für Buchverkäufe über Abebooks.com und Abebooks.co.uk beträgt (wie bisher auch) 5,5 Prozent des Gesamtpreises einer Bestellung. Dies gilt jedoch nicht für Buchverkäufe über Abebooks.de und Abebooks.fr – dort reduzieren wir diese Gebühr auf 3,5 Prozent.

Weshalb nimmt Abebooks diese Änderungen vor und was bedeutet das konkret für Händler, die über Abebooks.de verkaufen?

Es handelt sich um eine Initiative, die vor allem hinsichtlich der Sicherheit Verbesserungen erlaubt.

Buchkäufern können wir ab April garantieren, dass ihre Zahlungsdetails bei Visa- und MasterCard-Einkäufen niemals an Dritte weitergeleitet werden. Dadurch stärken wir das Vertrauen von Neukunden in einen Einkauf über unsere Websites.

Für Verkäufer übernimmt Abebooks das Zahlungsausfallrisiko bei Kreditkartenbetrug. Im Falle einer Rückbelastung aufgrund eines Kreditkartenbetrugs (z.B. gestohlener Karte) übernimmt Abebooks das Zahlungsausfallrisiko und erhöht so auch die Sicherheit beim Verkauf kostbarer oder teurer Bücher.

Wenn die Bücher des Händlers bei Abebooks.de…
– nicht per Kreditkarte, sondern auf Rechnung gekauft oder per Lastschrift bezahlt werden, ändert sich nichts für den Händler und es fallen auch keine zusätzlichen Kosten an. Mehr als 70% aller Buchverkäufe im deutschsprachigen Raum werden nicht per Kreditkartenzahlung abgewickelt, es bleibt also für den Großteil aller Buchverkäufe über Abebooks.de alles wie bisher.
– per Kreditkarte gezahlt werden, sinkt die bisherige Provision für Kreditkartenabwicklung durch Abebooks.de von bisher 5,5% auf jetzt 3,5%. Der Händler spart also Abwicklungsgebühr. Er kann lediglich die Kreditkartenzahlung von Buchverkäufen über Abebooks.de nicht mehr selbst abwickeln.

Darüber hinaus profitiert er von vereinfachten Abläufen und spart Zeit und Aufwand: Er kann alle Kreditkartenverkäufe rasch per Mausklick in seinem Mitgliederbereich im Rahmen der gewohnten Bestellbearbeitung abwickeln. Abebooks überweist dem Händler dann Gutschriften für seine Kreditkartenverkäufe wöchentlich auf sein Bankkonto. Sofern seine Bruttoumsätze per Kreditkarte die angefallenen Verkaufsgebühren übersteigen, muss er keine weiteren Zahlungen an uns anweisen.

Für einige Händler wird die Änderung trotzdem Nachteile bringen…

Sicher: Es gibt einzelne Händler, die eigene Vereinbarungen mit Kreditkartenfirmen getroffen haben und dementsprechend die Kreditkartenabwicklung auch weiterhin selbst vornehmen möchten. Wir können also durchaus verstehen, wenn diese Händler verärgert sind. Für das Gros unserer Kunden, und damit meinen wir Käufer ebenso wie Händler, stellt diese Neuregelung jedoch eine eindeutige Verbesserung dar.

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